Porschendorf

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Einwohner: ca. 278

Fläche: 395ha

 

Porschendorf liegt in einer Talaue direkt an der Wesenitz zwischen den Landschaftsschutzgebieten Sächsische Schweiz und Schönfelder Hochland. Im Nordosten wird es von einem langen, bewaldeten Bergrücken, dem Kuhberg, begrenzt. Auf dem nördlichsten Teil des Berges befindet sich eine markante Felsgruppe, die als Breiter Stein bekannt ist. Von diesem Aussichtspunkt kann man über das Porschendorfer Tal zu den ersten Felsausläufern der Sächsischen Schweiz und bis in das Elbtal blicken. Auch geologisch ist dieser Platz von Bedeutung, da hier eine Überschiebung von Sandstein und Lausitzer Granit stattgefunden hat.

 

Porschendorf wird erstmalig 1311 im Zusammenhang mit seiner Kirche urkundlich erwähnt. Der damalige Name des Ortes lautete Borstendorff. Über den eigenständigen Ort und späteren Ortsteil Bärreute, links der Wesenitz gelegen, existieren keine eindeutigen Überlieferungen. Vermutet wird, dass hier eine Besiedlung durch Bayern stattgefunden hat. Erstmals wird der Ortsteil 1398 als Beyerrute erwähnt, was auf "Rodung der Bayern" (Beyer-Bayern und Ruthe-Rodung) schließen lässt. Der Ort Porschendorf wurde mehrfach verkauft, verpfändet und verschenkt. 1543 geht er als Amtsdorf an den Kurfürsten von Sachsen.

 

Blick auf die Lindenstraße mit neu gestaltetem Kreuzungsbereich Viele der Dreiseitenhöfe wurden aufwendig renoviert Nixenstein an der Wesenitz
Blick auf die Lindenstraße mit neu gestaltetem Kreuzungsbereich Viele der Dreiseitenhöfe wurden aufwendig renoviert Nixenstein an der Wesenitz

 

Porschendorf ist von alters her durch zahlreiche Bauern mit ca. 20 ha großen Landwirtschaftsbetrieben geprägt. Noch heute existieren zahlreiche typische Dreiseitenhöfe, die von den Eigentümern durch sinnvolle Renovierungen in ihrer Art erhalten werden. Die Landwirtschaft insgesamt wird heute durch einen privaten Landwirtschaftsbetrieb aufrecht erhalten. Einen kleineren Teil der Flächen bewirtschaftet eine Agrargenossenschaft, die an der Straße nach Dürrröhrsdorf auch einen großen Rinderstall betreibt.

 

Schon zu jener Zeit bestand eine Brücke über die Wesenitz als Verbindung zwischen Porschendorf und Dürrröhrsdorf. 1592 gibt es erste Hinweise auf eine steinerne Brücke, die heute noch existiert und als eine der ältesten Wesenitzbrücken gilt.

 

Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Ortes waren in den vergangenen Jahrhunderten die zwei Wassermühlen, von denen die ältere bereits 1378 als Winkelmühle erwähnt wird. Sie war damals Brett- und Mahlmühle. 1871 wurde sie Pappenfabrik. Heute befindet sich auf dem Gelände ein Baustoffwerk und eine Maschinenfabrik. In der anderen Mühle am Dorfplatz wurde bis vor wenigen Jahren noch Getreide gemahlen. Seit einigen Jahren treibt das Wasser einen Generator an, und der erzeugte Strom wird in das öffentliche Energienetz eingespeist.

 

Seit der Reformation 1539 gab es in Porschendorf eine Schule, die auch Kinder aus der Bärreute, Dobra, Elbersdorf und Bonnewitz besuchten. 1902 bauten die Dorfbewohner ein neues Schulgebäude, das bis 1975 als Schule genutzt wurde. Heute beherbergt das Gebäude die ASB-Kita "Spatzennest", den Jugendclub sowie einen Mehrzweckraum, in dem auch Familienfeiern durchgeführt werden können. Auch der Ortsvorsteher hält hier seine Sprechstunden ab. Wandert man, aus Elbersdorf kommend, an der Wesenitz entlang, findet man etwa 100 m hinter dem Viadukt einen ins Wasser ragenden Felsen, den Nixenstein. Eine Sage berichtet davon, dass sich hier oft hübsche Jungfrauen gezeigt haben sollen, und dass ein Dorfbewohner, der sich in eine dieser Nixen verliebte, für immer verschwand.
    
Nixenstein an der Wesenitz
Dem weiteren Flusslauf folgend, gelangt man am Ortsausgang von Porschendorf in einen herrlichen Felsengrund, in dessen Sandstein sich der Fluss über viele Jahrtausende seinen Weg aus dem Porschendorfer Tal gebahnt hat. Dieses Talstück wird auch als Wesenitzklamm bezeichnet, da es Ähnlichkeit mit anderen bekannten Engtälern der Sächsischen Schweiz besitzt. Der sächsische Gebirgsverein plante hier Anfang des 20. Jahrhunderts ein Schleusensystem mit Gondelbetrieb, was jedoch nicht verwirklicht werden konnte. Neben den landschaftlichen Reizen findet man an der Wesenitz auch die ältesten Steinbrüche der Sächsischen Schweiz. Hier gebrochener Sandstein ist in vielen Dresdner Bauwerken und sogar an Gebäuden anderer Städte Deutschlands zu finden.

 

Kirche Porschendorf Schwertkiefer mit Inschrift
Kirche Porschendorf Schwertkiefer mit Inschrift

 

Durch Porschendorf führt auch der Fernradweg Zittau-Bayreuth. Er folgt hier dem Verlauf der ehemaligen Eisenbahnstrecke Dürrröhrsdorf - Weißig, die aufgrund von Reparationsleistungen nach dem 2. Weltkrieg demontiert werden musste. Er führt am Ortseingang von Dürrröhrsdorf über ein Viadukt, das wiederum zwei Wesenitzbrücken überspannt.


In der Heimatausstellung, die sich in der Herrenloge der Kirche befindet, kann man Näheres zur Geschichte des Ortes und der Kirche erfahren. Zu einer der besonderen Sehenswürdigkeiten der Ausstellung zählt die Schwertkiefer. Der Baum stand im nahe Porschendorf liegenden Liebetaler Wäldchen und wurde durch seine etwa 1 m große Innschrift in der Umgebung bekannt. Am 17. Oktober 1801 lagerte unter diesem Baum eine lustige Jagdgesellschaft. Einer aus ihrer Mitte nutzte die Zeit und schnitzte einige Zeilen in den Stamm. Für viele Einwohner der umliegenden Orte und auch für Schulklassen war der Besuch der Schwertkiefer in den vergangenen Jahrzehnten eine lohnenswerte Wanderung.

 

Im Herbst 1970 fiel die Kiefer einem Sturm zum Opfer. Der Stammabschnitt mit dem Schriftzug blieb unversehrt. Er wurde in das Museum für Sächsische Volkskunst nach Dresden gebracht und 1996 als Dauerleihgabe nach Porschendorf übergeben. Nach einer umfangreichen Restauration im Jahre 1998 kann die Inschrift heute in der Heimatausstellung besichtigt werden. Ein Besuch der Ausstellung ist nach Absprache täglich möglich. Für Rückfragen bzw. Anmeldungen stehen Ihnen zur Verfügung: die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung 035026/9750 und der Ortsvorsteher 035026/91802.

Viadukt