Elbersdorf

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Einwohner: ca. 347

Fläche: 260ha

 

 Elbersdorf - 1412 erstmals im Zusammenhang mit dem ehemaligen Rittergut gleichen Namens (nach der Bodenreform abgerissen) erwähnter Ort. Bis Kriegsende ein Rittergutsdorf. Elbersdorf hat eine herrliche Südhanglage, unterhalb des Belvedere Schöne Höhe und des früher verwaltungsmäßig und kirchlich von ihm getrennten Ortsteiles Klein-Elbersdorf gelegen. Knapp 350 Einwohner. Mehrere Neubauten und ein Wohnbaugebiet sind nach der Wende hier entstanden - aber auch uralte baulich interessante Fachwerkbauten, unter Denkmalschutz gestellt, sind noch vorhanden. Seit 1994 ist Elbersdorf zu Dürrröhrsdorf-Dittersbach gehörig. Zusammen mit seinem früher eng verbundenen Nachbarort Porschendorf, mit dem es über Jahrhunderte eine Schule (1975 geschlossen) dort verband und eine Kirche (evangelisch seit 1539) noch verbindet, hat es einen Ortschaftsrat.

 

Von alters her wurde in Elbersdorf wegen seiner günstigen Lage der Obstbau (Kirschen, Apfel, Birnen, Pflaumen) betrieben. Jeder Grundstücksbesitzer - früher Häusler - baute soviel wie möglich Obst an, weil dieses überall gefragt war. Die Landwirtsdchaftsbetriebe bis 1945 hielten sich in größenmäßigen Grenzen bis 4 ha. Zugtiere waren hier Kühe und Ochsen. Das frühere Rittergut besaß rund 170 ha Land (einschließlich Wald). Es wurde 1945 enteignet und an Neubauern und "landarme" Bauern, die sich darum bewarben, verteilt. Seit 1990 wird dieses, neben anderem, durch eine Agrargenossenschaft und große Bauern bewirtschaftet. Der Obstbau ist aufgrund der entstandenen Marktlage stark zurückgedrängt worden, aber er existiert noch.

 

Bis 1969 hatte Elbersdorf eine leistungsstarke Mühle, wo es bis Ende des 2. Weltkrieges auch Pensions- und Gastwirtschaftsbetriebe gab. Uralte Gebäude, interessant erbaut, zeugen hier von dem Fleiß und dem Können der früheren Elbersdorfer. Der untere Teil des Dorfes liegt nahe eines namhaften "Zubringerflusses" der Elbe - an der Wesenitz. Diese war bis weit in die 1950er Jahre Anglerparadies für viele Menschen. Sogar aus Dresden und von weit her kamen sie dazu nach Elbersdorf. Bis 1951 (damals erfolgte der Abriss dieser Strecke) war das auch mit der Eisenbahn möglich. Diese hatte einen gediegenen Streckenverlauf, vor den Toren Dresdens beginnend, bis zum jetzigen Haupttor der Gemeinde Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Der Haltepunkt befand sich im 300 m entfernt liegenden Nachbarort Porschendorf.

 

Ensemble der Elbersdorfer Mühle, zum Teil bereits saniert, sehenswert die Wasserkraftanlage mit erneuertem Mühlgraben und Fischtreppe Eigenheimsiedlung An der Obstplantage
Ensemble der Elbersdorfer Mühle, zum Teil bereits saniert, Eigenheimsiedlung An der Obstplantage

 

Der höchste Punkt des Ortes ist die Gaststätte Schöne Höhe neben dem gleichnamigen Belvedere mit 318 m ü. N.N. Von dort führen Wanderwege in die umgebenden Wälder, wo manches historische Kleinod - teilweise aus längst vergangener Zeit - zu sehen ist. Das Belvedere Schöne Höhe wurde in den Jahren 1831 bis 1833 als erste Goethe-Verehrungsstätte von dem aus Leipzig stammenden Dresdner Mäzen, Kunstliebhaber und Vorsitzenden des Sächsischen Kunstvereins Johann Gottlob von Quandt erbaut. Es verfügt über eine Aussichtsplattform, von der aus man seinen Blick in das östliche Erzgebirge, die Randlagen Dresdens, die Sächsische und Teile der Böhmischen Schweiz, wie über die Niederlausitz und solche Städte wie Pirna und Heidenau, sowie viele Ortschaften der Umgebund schweifen lassen kann.

 

Blick auf Elbersdorf Gaststätte und Belvedere Schöne Höhe Freske im Belvedere
Blick auf Elbersdorf Gaststätte und Belvedere Schöne Höhe Freske im Belvedere

 

 An den Wänden des Saales dieses Bauwerkes befinden sich Bilder (Fresken) mit Motiven Goethescher Balladen, die Quandt 1835 bis 1838 von berühmten Dresdner Malern anbringen ließ. Der Entwurf zur Deckenmalerei in diesem Saal stammt von keinem geringeren als dem späteren Erbauer des Dresdner Opernhauses, Gottfried Semper.

 

Johann Gottlob von Quandt war mit Johann Wolfgang von Geothe bekannt und verehrte diesen sehr. Goethe nahm regen Anteil an Quandts Vorhaben. Zwischen beiden fand ein reger Briefverkehr statt, der in einem im Jahr 2000 erschienenen Buch nachzulesen ist. Richard Wagner weilte 1846 während seines Urlaubes in "Groß-Graupe" bei Pirna hier und arbeitete an seiner Oper "Lohengrin". Eine Eintragung von ihm im Gästebuch kam schon wenige Jahre später abhanden.

 

Neben der Schönen Höhe hat Elbersdorf hin zu den Nachbarorten Dittersbach und Dürrröhrsdorf führend, herrliche Wanderwege durch einen von teilweise uralten Bäumen bestandenen Grund entlang der rauschenden Wesenitz. Einmal ist es die alte "Mühlleithe", und links des Flusses ist es der jetzt "Am Bruch" genannte Weg, welcher bis 1912 auch einem Sandsteinbruch, der sich etwa in dessen Mitte befand, als Wirtschaftsweg diente. Dieser Sandsteinbruch musste im Jahr 1907 seine Produktion erheblich verringern, da ein Teil von ihm nach einer Sprengung durch Wassereinbruch zu einem großen Teich geworden war. Eines der Bauwerke, welches von diesem Steinbruch beliefert wurde, war eine große Dresdner Kirche.

 

Alte Stauanlagen für das Wasser der Wesenitz sind von diesen genannten Wegen ebenso zu sehen wie ein großer Fels, die "Teufelskanzel", im Wasser der Wesenitz stehend, als Rastplatz mit Bänken versehen. Unzählige Menschen haben hier Erholung gesucht und gefunden. Von der Schönen Höhe kann man am Waldrand entlang in den idyllisch gelegenenen Nachbarort Wünschendorf gelangen. Fast vom gesamten Wegverlauf aus sieht man dabei auf die markanten und bizarren Felsen der Sächsischen Schweiz und die vor ihr liegenen Orte.

 

Der Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz hat in den Jahren nach seiner Gründung bis 1933 sehr viel für die Erschließung von Elbersdorf und seiner Umgebung getan. Die Zusammensetzung der Einwohner von Elbersdorf hat sich seit dem 2. Weltkrieg völlig verändert. Waren neben der Mühle und dem Rittergut damals die Kleinbauern, Häusler und Tagelöhner in der Mehrzahl, so sind es jetzt neben den alteingesessenen Elbersdorfern auch neue Menschen, welche die Schönheit des Dorfes mit seiner einmaligen Lage hierher zog.


Aber die Möglichkeiten sind begrenzt. Elbersdorf ist in seinen Ausdehnungen ein kleines Dorf - ein Dorf mit netten Menschen,die sich auf Ihren Besuch freuen.

Wanderparkplatz